„Ungefähr fünfzehn Meilen, weiter nicht,“ erwi⸗ derte Mr. Riley.„Ihr könnt bequem in Einem Tag hin⸗ und herfahren— oder auch dort über Nacht bleiben, denn Stelling iſt ein angenehmer und gaſtlicher Mann, der euch gern beherbergen wird.“
„Aber ich fürchte doch, es iſt zu weit abgelegen für das Weißzeug,“ ſagte Mrs. Tulliver traurig.
Das Auftragen des Nachteſſens vertagte im gelegenen Moment dieſe Schwierigkeit und enthob Mr. Riley der Mühe einer Löſung oder eines Ver⸗ gleichs, auf die ſich ſonſt ohne Zweifel der Gaſt ein⸗
gelaſſen hätte; denn der Leſer muß ſchon bemerkt.
haben, daß er ein Mann von ſehr verbindlichen Manieren war. Hatte er ſich doch angeſtrengt, Mr. Stelling ſeinem Freund Tulliver zu empfehlen ohne irgend eine poſitive Ausſicht auf irgend einen ſoliden Vortheil, der ihm daraus erwuchs, obgleich ein ſchlauer Beobachter irrthümlicher Weiſe recht wohl auf den Verdacht des Gegentheils kommen konnte. Nichts leitet mehr irre, als die Schlauheit, wenn ſie zufällig auf eine falſche Fährte geräth; denn wenn ſie ſich nicht ausreden laſſen will, daß die Menſchen gewöhnlich nach beſtimmten Beweg⸗ gründen ſprechen und handeln und dabei ſtets ein bewußtes Ziel im Auge haben müſſen, ſo darf man ſicher darauf zählen, daß ſie ihre Thatkraft an einen Schatten verſchwenden. Intrikirende Habgier und wohl überlegte Plane, um irgend einen ſelbſtſüchtigen Zweck zu erreichen, fallen im Allgemeinen mehr in das Gebiet des Romans und der Dramatik, indem ſie eine zu angeſtrengte Thätigkeit fordern, als daß der gewöhnliche Menſch ſich ihrer ſchuldig machen


