Teil eines Werkes 
3 (1861) Adam Bede
Entstehung
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Mitte Octobers begann die Entſchloſſenheit allmählig abzunehmen und zeigte gefährliche Symptome von Erſchöpfung. Die Wochen wurden ſchrecklich lang: Dina hatte wahrlich mehr als die nöthige Zeit ge⸗ habt um ihren Entſchluß zu faſſen. Wenn ein Mäd⸗ chen einmal einem Manne ihre Liebe geſtanden hat, dann mag ſie nachher ſagen was ſie will, er iſt durch den erſten Trank den ſie ihm bietet zu ſehr erhizt und geſteigert, um viel darnach zu fragen wie der zweite munden wird. Er betritt die Erde mit ſehr elaſtiſchen Schritten wenn er von ihr geht und küm⸗ mert ſich wenig um alle Schwierigkeiten. Aber dieſe Art von Glut erliſcht: die Erinnerung wird mit der Zeit ſchmählich verwäſſert und iſt nicht mehr ſtark genug um uns wieder aufzufriſchen. Adam war nicht mehr ſo zuverſichtlich wie bisher: er begann zu fürchten, Dina möchte vielleicht ihrer alten Lebens⸗ weiſe zu viel Gewalt eingeräumt haben als daß ihr neues Gefühl obſiegen könnte. Hätte ſie das nicht ſelbſt empfunden, ſo würde ſie ihm gewiß einige Worte des Troſtes geſchrieben haben; aber es ſchien daß ſie ihm gänzlich alle Hoffnung rauben wollte. Je mehr Adams Vertrauen ſchwand, um ſo mehr verſchwand auch ſeine Geduld, und er dachte er müſſe jezt ſelbſt an das Mädchen ſchreiben, er müſſe ſie erſuchen ihn nicht länger als es nöthig ſei dieſen Zwei⸗ felsqualen preiszugeben. Eines Nachts blieb er lange auf um an ſie zu ſchreiben, aber am Morgen ver⸗ brannte er den Brief, da er ſeine Wirkungen fürch⸗ tete. Eine entmuthigende ſchriftliche Antwort drückte ihn weit ſchlimmer als eine mündliche, denn ihre Rähe verſöhnte ihn mit ihrem Willen. 1 2*