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Achtzehntes Capitel. Kirche.
„Hetty, Hetty, weißt Du nicht daß die Kirche um zwei Uhr anfängt und daß es ſchon halb zwei vorüber iſt? Haſt Du an nichts Beſſeres zu denken an dieſem heiligen Sonntag, wo der alte Thias Bede begraben wird, nachdem er in einer dunkeln Nacht ertrunken iſt, ſo daß es einen kalt überläuft wenn man nur daran denkt? Aber Du puzeſt Dich auf als ginge es zu einer Hochzeit, ſtatt auf einen Kirchhof.“
„Ei Tante,“ ſagte Hetty,„ich kann ſo ſchnell fertig werden als alle Andern, wenn ich nur erſt Totty angezogen habe, aber ich habe Teufelsmühe bis ſie ſtille hält.“
Hetty kam die Treppe herab und Frau Poyſer in ihrem einfachen Hut und Halstuch ſtand unten. Wenn je ein Mädchen ausſah als wäre ſie aus lauter Roſen zuſammengeſezt, ſo war es Hetty in ihrem Sonntagshut und Sonntagskleid. Denn ihr Hut war mit Blaßroth ausgepuzt, ihr weißes Kleid war mit blaßrothen Pünktchen überſäet. Alles an ihr war blaßroth und weiß, mit Ausnahme ihrer ſchwarzen Haare und Augen, ſowie ihrer Schnallen⸗ ſchühchen. Frau Poyſer ärgerte ſich über ſich ſelbſt, denn ſie konnte ſich eines Lächelns kaum enthalten, wie jeder Sterbliche geneigt iſt beim Anblick hüb⸗ ſcher zierlicher Dinge zu lächeln. Ohne ein Wort zu
ſprechen, drehte ſie ſich um und trat zu der vor
der Hausthuͤr ſtehenden Gruppe; Hetty folgte, aber 2*


