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Dieß ſchlug meinen Muth wieder iemuit
nieder.
Um dieſe Zeit kamen zwei Neffen des
verſtorbenen Grafen, ſie waren ſeine Erben. Das Gut hatten ſie ſchon bereits verkauft, und nun ſollte auch alles Hausgeräth des Verblichenen an die Meiſtbietenden verkauft werden. Die Verſteigerung fing an. Die
Neugierde trieb auch mich, gleich Vielen,
nach dem Schloſſe. Ich ſah alle die Sachen
meines Wohlthäters in fremde Hände über⸗ gehen, Schmerzensthränen rollten aus mei⸗ nen Augen, während die Neffen dieſes Schau⸗ ſpiel mit kalter Unempfindlichkeit anſahen. Und doch hatte der Graf ihnen in ſeinem Leben viel Gutes erwieſen, und hinterließ ihnen nun nach ſeinem Tode an 10,000 Tha⸗ ler jährliche Einkünfte. Mein Gefühl über⸗ mannte mich, mit blutendem Herzen wollte ich den Saal verlaſſen, als ich rufen hörte: „Einen Thaler für das Bild da!“ Ich ſah hin. Gott! es war das Bild des Grafen, meines Wohlthäters! Du biſt arm, dachte ich, ſechs Thaler iſt Dein ganzes Vermögen,


