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hen. Eines Tages lagerten wir in einem
Pappelwalde, in dem ſich ein einſames Schloß mit einem großen Park befand; mein Sohn war, etwas Wild zu ſchießen, umhergegan⸗ gen, als er unverhofft eiligſt zurückkam.„Mut⸗ ter,“ rief er,„ich habe Lauretten geſehen, dort in jenem Park luſtwandelte ſie mit noch einem Frauenzimmer, ſie war es gewiß, denn ihre Züge ſind mir unvergeßlich, auch trug ſie das wohlbekannte Kreuz um ihren Hals.“ Ich zitterte vor Freude, und wir berathſchlag⸗ ten uns, wie wir meine Gegenwart ihr an⸗ zeigen könnten. Es gelang, auch ihre Flucht; dieß Alles mag Laurette erzählen. Nun
wandten wir uns nach Wien, um dort Nach⸗
richt von Euch, Mylord, bei dem engliſchen Geſandten einzuholen. Dieſer ſagte uns, daß Ihr in Euerm Vaterlande längſtens verhei⸗ rathet wäret, entdeckte Lauretten ihre fürſt⸗ liche Abkunft, den Tod ihrer Mutter, den Verluſt der väterlichen Beſitzungen, und den Aufenthalt ihres Vaters hier in England. Er unterſtützte uns hinlänglich mit Reiſegeld, und
wir eilten nach London, wo wir vorgeſtern


