Teil eines Werkes 
[3. Bd.] (1859)
Entstehung
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umſchlungen hielten, zwei Blumen an einem Zwillingsſten⸗ gel glichen.

Ohne ſich loszulaſſen, tauchten die beiden Liebenden ihren berauſchten Blick Eins in die Seele des Andern und fühlten vor Wonne ſchaudernd, welche unermeßliche und un⸗ verbrüchliche Liebe ſie für einander hegten.

»Diesmal, Henry, werden wir einander nicht mehr ver⸗ laſſen, nicht wahr?« murmelte Lucy mit einem Lächeln, welches durch die bittere Erinnerung an die Abweſenheit zu einem wehmüthigen gemacht ward.

»Niemals, nein, niemals wieder, mein angebeteter En⸗ gell« antwortete Lord Lisle, indem er die Geliebte wieder an ſeine Bruſt drückte.»Immer noch ſo ſchön,« ſagte Henry mit zärtlicher Bewunderung,»aber vielleicht noch rührender wenigſtens bläſſer.«

»Mir ſcheint es, als ſey deine Geſtalt noch größer und ſtärker geworden, Henry. Wie braun Du auch gewor⸗ den biſt!«.

» Aber deswegen darfſt Du mich nicht weniger lieben, Lucy.«

»Ach, ich liebe Dich deswegen wo möglich nur um ſo mehr.«

»Weißt Du, Geliebte, was mich ſo braun gemacht hat?«

Ich weiß es, Freund. Du biſt ſo gut!

»So gut? Sage lieber, ſo verliebt in Dich. Kann ich vielleicht ohne Dich leben? Ich habe Dich in allen jenen Län⸗ dern geſucht, die von der glühenden Sonne beſchienen werden, wo man brennende Luft athmet. Wie litt ich, wenn ich dachte, daß die Sclaverei Dich in dieſem verzehrenden Klima in ihren harten Feſſeln gefangen hielte!«