Teil eines Werkes 
[2. Bd.] (1859)
Entstehung
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Schweigen zu brechen, welches ſie vor einigen Augenblicken beobachtet hatte.

Ach!« ſagte die unglückliche Waiſe bei ſich ſelbſt,ach⸗ ich errathe den Gegenſtand ihres Verlangens nur zu wohl. Aber dieſer iſt das Einzige, was ich niemals den Muth haben werde ihr zu gewähren. Ach, jetzt ſollte ich Henry entſagen? Niemals! niemals! Ich habe es zweimal gethan, um das Le⸗ ben meines Vaters zu retten. Ha! muß ich denn unglücklich ſeyn? Muß ich etwas dieſem ſo treuen Herzen verweigern dieſem Weſen, welches mich von Sclaverei errettet, nachdem es mich vor Schande bewahrt dem ich ſo viele und ſo un⸗ ſchätzbare Dienſte verdanke! Ja, ich habe es errathen, ihre Unruhe, ihr Zögern verrieth mir, was ſie mir zu ſagen hat.

Suſanne war in der That unruhig und zögerte, das Wort zu ergreifen. Während die ſo eben angedeuteten ſchmerz⸗ lichen Gedanken Lucy's Gemüth bewegten, ſagte ſich Fitzge⸗ rald's Schweſter ihrerſeits, daß es unklug von ihr ſeyn würde, der Tochter des Puritaners die Ankunft Lord Henry Lisle's in England ohne Weiteres mitzutheilen daß ſie auf ein ſo ho⸗ hes Glück erſt vorbereitet werden müſſe, daß ſie vielleicht nicht die Kraft habe, eine ſolche Nachricht zu hören, ohne ſofort ohnmächtig niederzuſinken.

Sprich doch, Suſanne, ſagte Luchy endlich in reſignir⸗ tem Tone;»worin auch das Unglück beſtehen möge, welches mich treffen ſoll verkünde es mir. Gott gebe mir die Kraft zu hören, ohne vor Schmerz zu ſterben, was Du mir zu ſa⸗ gen haſt.«

Was ſagt Ihr, meine theure Luch?« rief die Irlände⸗ rin.Wie, hat mein Zögern ſo ſchwarze Gedanken in Euch erwecken können? Da dem ſo iſt, ſo höret mich aber ſeyd ſtark

Der Tiger von Tanger. VIII. 11