148
„Ich bitte, Mylord, ein Wort der Erklärung. Sagtet Ihr mir nicht ſo eben, daß Suſanne gegenwärtig Sir Char⸗ les Murray's Haus beſitze?«
„Nun, wußtet Ihr denn das nicht?«
„Nein. Wie iſt ſie denn Beſitzerin davon geworden?“
„Wie? Nun, zum Henker! dadurch, daß ſie es ſich von Chiffinch, ihrem Geliebten, hat ſchenken laſſen.“
„Aber dieſer Chiffinch, wie iſt denn er in den Beſitz dieſes Hauſes gelangt?«
„»Aber ſagt, wo kommt Ihr denn her, daß Ihr Ge⸗ ſchichten nicht kennt, welche die ganze Stadt weiß?«
„Beantwortet meine Frage, Mylord; ich beſchwöre Euch darum.*
„Nun, nachdem Jeffreys den alten Puritaner hatte auf⸗ knuͤpfen laſſen, ward das Haus, welches dieſer Anführer der Re⸗ bellen des Weſtens in Soho Fields beſaß, confiscirt. Der König ſchenkte es Chiffinch und Chiffinch verkaufte es an Suſannen für einen Kuß. Runzelt nicht ſo die Stirn, mein lieber Eiferſüch⸗ tiger. Der Kauf, ſagt man, geſchah auf Credit und man be⸗ hauptet ſogar, der arme Gläubiger ſey zur Stunde noch nicht bezahlt. Ihr wißt, böſe Zungen ſchwatzen viel.«
„Und,“« fragte Henry in düſterem Tone,»Suſanne be⸗ wohnt jetzt dieſes Haus?«
„Ja wohl,“ antwortete Churchill und fügte in mitleidi⸗ gem Tone hinzu:„Ich muß es ihr jedoch zu ihrer Ehre nach⸗
ſagen, daß ich überzeugt bin, ſie würde dieſes Haus nicht an⸗ genommen haben, wenn Miß Lucy am Leben geblieben wäre.
„»Alſo, Mylord,« murmelte Henry, der nur mit äͤußer ſter Mühe einen Anſchein von Feſtigkeit zu bewahren ver⸗ mochte,»Ihr ſeyd alſo überzeugt, daß Miß Luchy todt iſt?⸗
—


