7 brach, ſteigerte noch die Harmonie des Gemäldes, ohne die Li⸗ nien desſelben allzuſehr abzuſtumpfen.
Aber die Decoration wechſelte, ſobald man in den Sed⸗ gemoor hineinkam. Der Nebel, welcher ſich bei Sonnenunter⸗ gang aus den Moräſten erhoben, hatte jetzt den höchſten Grad ſeiner Dichtigkeit erreicht. Der ſchärfſte Blick konnte nur auf wenigeSchritte Entfernung die Gegenſtände unterſcheiden und weithin erloſchen alle Formen und Farben in einer feuchten warmen Atmoſphäre und gleichförmigen Tinte.
Dieſer dem von den Inſurgenten beabſichtigten Ueberfall ſo günſtige Umſtand konnte ihnen auch verderblich ſeyn, weil er ihnen nicht geſtattete, in dieſer tiefen Dunkelheit die rechte Richtung mit Sicherheit zu verfolgen.
Dies war zum Unglück für ſie auch ſehr bald der Fall. Kaum hatten ſie jenſeits des ſchwarzen Grabens einige hun⸗ dert Schritte zurückgelegt, ſo bemerkten ſie, daß ſie ſich verirrt hatten.
»Elender!« rief Sir Charles Murray dem Führer zu, welcher neben ihm hermarſchirte,„ich gebe Dir fünf Minuten Zeit, um den richtigen Weg wiederzufinden. Wenn Du nach Verlauf dieſer Zeit den guten Weg noch nicht wiedergefunden haſt, ſo ſteche ich Dich nieder. Wade, ſtelle Dich auf die an⸗ dere Seite dieſes Dummkopfes, dieſes Verräthers vielleicht; wir wollen ihn Beide ſcharf überwachen.“
„»Mein Offizier,« antwortete der Führer ruhig,»ich zweifle, daß mein Tod dieſen fürchterlichen Nebel ver⸗ ſcheucht.⸗
„Geduld, Sir Charles« ſagte Monmouth,„beunruhigt das Gemüth dieſes Mannes, deſſen Blick ſchon ſo unſicher iſt, nicht durch eure Drohungen noch mehr.“


