170
ſet mich Sir Charles noch dieſen Augenblick ſprechen. Mag er noch ſchlafen oder nicht, ſo führet mich zu ihm, ich muß ihn ſprechen, ohnen einen Augenblick zu verlieren.“
Da die Diener immer noch zögerten, ſo ſetzte er in feſtem Tone hinzu:
„Ich mache Euch für Alles, was geſchehen kann, ver⸗ antwortlich, wenn Ihr mich abhaltet, mit ihm zu ſprechen.“
Zwei Minuten ſpäter ward William in Sir Charles Murray's Schlafzimmer eingeführt. Der Hausherr war ſo⸗ eben erwacht. Auf ein Zeichen von ihm ſchloß ſich die Thür hinter dem treuen Diener des Lord Lisle, und die beiden Greiſe waren mit einander allein.
„Du mußt mir etwas ſehr Wichtiges mitzutheilen haben, da Du zu ſo früher Stunde kommſt. Sprich, mein Freund, ich höre Dich.“
„Ja, Sir Charles, Ihr habt es geſagt, es iſt in der That etwas ſehr Wichtiges. Als ich geſtern Abend ziemlich ſpät durch den Strand ging, ſah ich einen Mann aus einem Hotel kommen. Es war dies derſelbe, welcher mir auf der Straße von Lauſanne die Papiere raubte, die ich meinem ar⸗ men Herrn überbringen wollte. Dieſer Menſch lief wie ein Wahnſinniger und dennoch ſah ich ihn ſo deutlich, wie ich jetzt Euch ſehe. Ich erkannte ihn ſogleich und war darüber keinen Augenblick lang in Zweifel. Ich rannte ihm nach— er rannte wie der Wind— ich wollte ſchreien: Haltet den Mörder! aber die Stimme verſagte mir und übrigens wollte ich auch lieber laufen als ſchreien. Ich bin aber alt, nach zehn Minu⸗ ten ſchon hatte ich keinen Athem mehr und mußte ſtehen blei⸗ ben. Ich war wüthend über mich ſelbſt, daß ich mir ihn ſo hatte entrinnen laſſen, und war ganz untröſtlich. Plötzlich jedoch fiel mir etwas ein. Ich ward neugierig, zu wiſſen,
*


