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viereckigen Hauptgebäude, flankirt von vier ebenſo geſtalteten Thürmchen.
Die Küche und die Geſindezimmer befanden ſich im Souterrain, die Empfangsgemächer im Erdge⸗ ſchoß, die der Baronin im erſten Stock, die ihres Sohnes im zweiten.
Michel ging auf drei Seiten des Schloſſes her⸗ um, rüttelte leiſe an allen Thüren und allen Fenſtern, drückte ſich hart an die Mauern, ging auf den Ze⸗ henſpitzen und hielt die Ohren an.
Weder Thüre noch Fenſter bewegten ſich.
So blieb die Facade noch zu erforſchen.
Das war die zum Beikommen gefährlichſte Par⸗ tie. Die Fenſter der Baronin waren, wie bereits angegeben, an dieſer von Gebüſch, welches das übrige Schloß umgab, entblößten Facade erhellt, und das eine dieſer Fenſter, das des Schlafzimmers, ſtand offen.
Inzwiſchen beſchloß Michel, in der Meinung, wenn es einmal geſcholten ſein müſſe, könne dieß ebenſo gut außen als innen geſchehen, das Aben⸗ teuer zu verſuchen.
Er ſtreckte alſo den Kopf gegen den Thurm vor und war eben im Begriff, ihn links zu wenden, als er einen Schatten, der über den Grasplatz hin⸗ ſchlich, bemerkte. 3
Dieſer Schatten ſetzte einen Körper voraus.
Michel hielt an und richtete ſeine ganze Auf⸗ merkſamkeit auf den neuen Ankömmling.
Er erkannte, daß es ein Mann war und daß die⸗ ſer Mann den Weg verfolgte, den er ſelbſt hätte


