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Aber je mehr er ſich dem Schloß näherte, deſto mehr fühlte er ſeinen Entſchluß wanken.
Als er ſich an der Grenze der Allee befand, als er offen über den Grasplatz hinſchreiten ſollte, als er das Zimmer von ſeiner Mutter Gemach er⸗ blickte, welches ſich düſter von der Façade abhob, und dieſes Fenſter allein geöffnet war, da ſank ihm das Herz gänzlich.
Seine Ahnungen hatten ihn alſo nicht getäuſcht; die Baronin paßte auf die Rückkehr ihres Sohnes.
Die Entſchloſſenheit des jungen Mannes ver⸗ ſchwand jetzt, wie geſagt, völlig, und die Furcht, welche die Hülfsmittel ſeiner Einbildungskraft ent⸗ wickelte, gab ihm den Gedanken ein, es mit einer Liſt zu verſuchen, welche wenn nicht den Zorn ſei⸗ ner Mutter beſchwören, ſo doch wenigſtens deſſen Exploſion verzögern könnte.
Er warf ſich alſo links, folgte einem im Schat⸗ ten liegenden Hagebuchengang, erreichte die Mauer des Gemüſegartens, die er erkletterte, durchſchritt ihn ſeiner ganzen Länge nach und trat durch das Verbindungsthor des Küchengartens in den Park.
Einmal da konnte er, Dank dem dichten Gehölz, bis unter die Schloßfenſter hinſchlüpfen; bis hieher war ihm die Operation vortrefflich gelungen; aber das Schwerſte, oder vielmehr das am meiſten im Ungewiſſen Liegende war noch zu vollbringen. Es handelte ſich darum, ein Fenſter zu finden, welches die Nachläſſigkeit irgend eines Domeſtiken offen ge⸗
laſſen hatte, und durch welches er in das Haus ge⸗ langen und ſein Zimmer erreichen konnte. Das Schloß de La Logerie beitand me einem


