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„Ei was für ein Kind! Haben Sie niemals eine Lampe erlöſchen ſehen? Ihre letzte Flamme iſt immer die lebhafteſte; ſo iſt es auch mit unſerem elenden Körper. Laufen Sie ſchnell; wir werden keinen Todeskampf haben; das Fieber hat die Kräfte des Unglücklichen erſchöpft; die Seele wird ohne Kampf, hne Anſtrengung und ohne Erſchütterung davon eilen.“
„Und Sie wollen allein bei ihm bleiben?“
„Gehen Sie ſchnell und beunruhigen ſie ſich mei⸗ netwegen nicht.“
Michel entfernte ſich und Bertha trat wieder zu Tinguy's Bett, der ihr die Hand reichte.
„Danke, mein braves Fräulein,“ ſagte der Bauer.
„Dank wofür, Tinguy?“
„Dank zuerſt für Ihre bisherige Sorgfalt und bonn für die Idee, den Herrn Pfarrer holen zu aſſen.“
„Ihr habt alſo gehört?“
Tinguy lächelte dießmal wirklich.
„Ja,“ antwortete er,„wiewohl Sie ſehr leiſe ge⸗ ſprochen haben.“
„Aber Ihr braucht Euch wegen der Anweſenheit des Pfarrers nicht einzubilden, daß Ihr ſterben müſſet, mein guter Tinguy, ſeid deßhalb ohne Furcht!“
„Furcht!“ rief der Bauer, indem er ſich aufzu⸗ richten verſuchte, Furcht! Und warum ſollte ich mich fürchten? ich habe die Alten geehrt und die Kleinen geliebt; ich habe getragen ohne Murren, ich habe gearbeitet ohne mich zu beklagen, lobte Gott, wenn der Hagel mein kleines Feld verwüſtete, pries ihn, wenn das zur Ernte reife Getreide dicht ſtand. Dumas, Wölfinnen von Machecoul. 1.


