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„O, Mademoiſelle, das iſt nicht Ihr Ernſt! Aber ich bin ſo glücklich, Ihnen nützlich ſein zu können, daß ich darauf halte, mir nie eine Gelegenheit hiezu ent⸗ ſchlüpfen zu laſſen.“
„Beruhigen Sie ſich, wahrſcheinlich werde ich in Kurzem mehr als einmal Ihre Ergebenheit auf die Probe ſtellen müſſen.“
Roſine war kaum zehn Minuten fort, als bei dem Kranken auf einmal eine fühlbare und ganz außer⸗ ordentliche Beſſerung einzutreten ſchien: ſeine Augen verloren ihre Starrheit, das Athemholen wurde leichter, ſeine zuſammengezogenen Finger dehnten ſich aus; er fuhr mit ihnen mehrmals über die Stirne, um ſich den Schweiß, in dem ſie ſchwamm, abzutrocknen.
„Wie befindet Ihr Euch, Vater Tinguy,“ fragte das Mädchen den Bauern.
„Beſſer,“ antwortete er mit ſchwacher Stimme.
„Sollte der liebe Gott wollen, daß ich nicht vor dem
Kampf deſertire?“ ſetzte er hinzu, indem er zu lächeln verſuchte.
dereleich da Ihr auch für ihn in den Kampf gehet.“
Der Bauer ſchüttelte traurig den Kopf, indem er einen tiefen Seufzer ausſtieß.
„Herr Michel,“ ſprach Bertha zu dem jungen Mann, denſelben in eine Ecke des Zimmers ziehend, ſo daß ihre Stimme nicht bis zu dem Kranken ge⸗ langte,„Herr Michel, eilen Sie zu dem Pfarrer, er ſoll kommen, und wecken Sie ſeine Nachbarn.“
„Geht es denn nicht viel beſſer, Mademoiſelle? Er ſagte es Ihnen gerade.“
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