Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

170

„daß Ihr Herr Gemahl mir ſehr zum Widerſpruch geneigt zu ſein ſcheint; ich wette, daß er Sie nicht nach Paris zurück laſſen will.“

„Ganz richtig; aber ich hoffe, ſelbſt gegen ſeinen Willen dahin zu gelangen; was eine Frau will....“

„O, die Frauen, die Frauen!“ rief der Staats⸗ beamte.

„Was?“ fragte die Herzogin.

„Nichts,“ antwortete der Präfect,„ich erwarte, daß Sie die Güte haben, uns jene Gerüchte, von welchen Sie ſo eben geſprochen, mitzutheilen.“

„O mein Gott, das iſt ſehr einfach; ich habe ſagen hören, aber merken Sie wohl, daß ich die Sache nur als Gerücht gebe, ich habe im Gegentheil ſagen hören, die Herzogin von Berry habe ſich allen dringenden Bitten widerſetzt und ſich beharrlich ge⸗ weigert, nach dem Carlo Alberto zurückzukehren.“

„Nun, aber wo wäre ſie denn jetzt?“ fragte der Präfect..

„In Frankreich.“

„In Frankreich! aber was in Frankreich thun?“

„Aber Sie wiſſen wohl, Herr Präfect,“ ſagte die Herzogin,„daß das Hauptziel Ihrer Königlichen Hoheit die Vendée war.“

„Ohne Zweifel; aber im Augenblick, da ſie im Süden geſcheitert iſt.“

„Ein Grund mehr, in der Vendée einen Erfolg zu verſuchen.“

Der Präfect lächelte geringſchätzig.

„Sie glauben alſo an die Wiedereinſchiffung von Madame?“

„Ich kann Sie verſichern,“ antwortete der Prä⸗