Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

167

er ſich mit einem Mal unter die Zahl meiner Freunde geſchrieben hat.“ 5

Der Präfect, entzückt von dem Compliment, rückte lebhaft ſeinen Stuhl, und Madame wurde zu ſeiner Linken eingereiht, zum Nachtheil der Perſon, wel⸗ cher dieſer Ehrenplatz zugefallen war.

Die beiden Männer ſetzten ſich ohne Einwendung auf die ihnen beſtimmten Plätze, und beſchäftigten ſich bald, beſonders Herr von Luſſac, damit, dem Mahle, als ob ſie ſich hiezu verpflichtet hätten, alle Ehre anzuthun.

Jeder folgte dem von Herrn de Luſſac gegebe⸗ nen Beiſpiele; es erfolgte einer jener Augenblicke feierlicher Stille, welche ſich beim Anfang ungeduldig erwarteter Diners finden.

Madame war die Erſte, welche das Stillſchweigen brach. Ihr abenteuerlicher Geiſt war wie ein See⸗ vogel, der ſich vornehmlich im Sturm wohl fühlte.

„Nun,“ begann ſie,„es ſcheint mir, daß unſere Ankunft das Geſpräch unterbrochen hat; nichts iſt ſo traurig wie ein ſtummes Diner; ich verabſcheue dergleichen Diners; ich kann Ihnen ſagen, mein theurer Graf, ſie gleichen cerimoniöſen Eſſen, jenen Mahlzeiten in den Tuilerien, wo man nicht redete, hieß es, als bis der König den Anfang gemacht hatte; man ſprach vor unſerer Ankunft, wovon denn?“

„Theure Couſine,“ erwiderte Herr von Vouillé, „der Herr Präfect hatte die Güte uns die officiellen

Details über das tollkühne fehlgeſchlagene Unter⸗

nehmen*) von Marſeille mitzutheilen.“

*) échauffourée.