Bertha mit einem beinahe verächtlichen Lächeln, und was man mir ganz leiſe ſagt, kann man mir auch ganz laut ſagen.
„Nun, was ich Ihnen ganz leiſe ſagte, war, daß ich mit tiefem Bedauern ſah, wie Sie ſich in eine gewiſſe, ebenſo gewiſſe als unnütze Gefahr ſtürzen.
„Von welcher Gefahr ſprechen Sie, werther Nach⸗ bar?“ fragte das Mädchen mit etwas ſpöttiſchem Tone.
„Von der, worüber Sie eben Herr Doctor Roger
unterhielt; es ſoll eine Erhebung in der Vendée geben.“
„Wahrhaftig!“ „Sie werden es nicht läugnen, hoffe ich.“ „Ich? und warum ſoll ich es läugnen?“ „Ihr Vater und Sie werden daran Theil nehmen?“ „Sie vergeſſen meine Schweſter,“ ſagte Bertha lachend. „O nein, ich vergeſſe Niemand,“ erwiderte Michel mit einem Seufzer. „Nun weiter?“
„Nun, laſſen Sie mich Ihnen als zärtlicher Freund, als ergebener Freund ſagen, daß Sie Unrecht haben.“
„Und warum habe ich Unrecht, mein zärtlicher, mein ergebener Freund?“ fragte Bertha, mit einer Schattirung von Spott, die ſie nicht ganz aus ihrem Charakter verbannen konnte.
„Weil die Vendée im Jahr 1832 nicht mehr iſt, was ſie 1793 war„ oder vielmehr, weil es keine Vendée mehr gibt.“
„Um ſo ſchlimmer für die Vendée, aber zum Glück gibt es immer einen Adel, mein Herr, gibt


