Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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nach Légé, werther Herr Michel, und bringen Sie den Doctor Roger mit.“

„Aber,“ fragte der junge Mann,„wenn das Fie⸗ ber anſteckend iſt?“

„Was dann,“ erwiderte Bertha.

„Laufen Sie denn nicht Gefahr, es auch zu be⸗ kommen?“

„Aber, mein werther Herr,“ antwortete Bertha, „wenn man an dergleichen Dinge dächte, ſo würde die Hälfte unſerer Bauern ohne Beiſtand ſterben; gehen Sie und überlaſſen Sie Gott die Sorge, über mich zu wachen.“

Und ſie reichte dem Boten die Hand.

Der junge Mann ergriff dieſe Hand, welche Bertha ihm reichte, und drückte, hingeriſſen von Bewunderung, welche ihm bei einer Frau dieſer ebenſo einfache als erhabene Muth erregte, deſſen der Mann ſich unfähig fühlte, dieſe Hand mit einer Art Leidenſchaft an ſeine Lippen.

Dieſe Bewegung war ſo raſch und unerwartet, daß Bertha zuſammenfuhr, ſehr blaß wurde und einen Seufzer ausſtieß, während ſie ſagte:

„Gehen Sie, Freund, gehen Sie.“

Sie hatte dießmal nicht nöthig, den gegebenen Befehl zu wiederholen. Michel ſtürzte aus der Hütte hinaus. Eine unbekannte Flamme kreiste durch ſeinen ganzen Körper und verdoppelte ſeine Lebenskraßt; er empfand in ſich eine ſeltſame Stärke, er war im Stande, Unmögliches zu vollbringen.

Er bedauerte nur, daß es etwas ſo Leichtes war, was Bertha von ihm begehrt hatte; er hätte gern