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„Aber, Fräulein,“ antwortete der junge Mann, „das thyphusartige Fieber iſt anſteckend.“
„Die Einen behaupten, die Andern läugnen es,“ erwiderte Bertha gleichgültig.
„Aber,“ fuhr Michel dringender fort,„das Typhusfieber iſt tödtlich.“
„In vielen Fällen; doch gibt es einige Beiſpiele von Geneſung.“
Der junge Mann zog Bertha bei Seite:
„Und Sie gehen hin, ſich einer ſolchen Gefahr auszuſetzen.“
„Ohne Zweifel.“
„Für einen Unbekannten, einen Fremden.“
„Der, welcher für uns fremd iſt,“ antwortete Bertha mit unübertrefflicher Sanftmuth,„iſt für andere menſchliche Weſen ein Vater, ein Bruder,
ein Gatte. Es gibt keinen Fremden in dieſer Welt,
Monſieur Michel, und iſt dieſer Unglückliche für Sie ſelbſt nicht auch Etwas?“
„Er iſt der Mann meiner Amme,“ ſtammelte Michel.
„Sehen Sie wohl,“ erwiderte Bertha.
„Auch hatte ich Roſine angeboten, mit mir auf das Schloß zu kommen; ich hätte ihr Geld gegeben, einen Arzt zu holen.“
„Und Du haſt es abgelehnt und vorgezogen, Dich an uns zu wenden?“ ſagte Bertha;„dank, Roſine.“
Der junge Mann war verwirrt; er hatte viel von Menſchenliebe reden gehört, aber ſie noch nie geſehen; und nun erſchien ſie ihm plötzlich mit den Zügen Bertha's.


