Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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würden dann nicht die Mädchen die wahren Seelen nach dem Herzen Gottes ſein?

Aber gewiß kam weder die eine noch die andere.

Er wiederholte ſich dieß zum zehnten Mal ſeit einer Viertelſtunde, als er an der Straßenecke, wo Roſine verſchwunden war, zwei Schatten von Mäd⸗ chen wieder erſcheinen ſah.

Trotz der Finſterniß erkannte er Roſine, bei der andern war dieß nicht möglich, ſie hatte ſich in einen dunkeln Mantel gehüllt.

Sein Geiſt war ſo verwirrt und namentlich ſein Herz ſo gerührt, daß ihm die Beine den Dienſt ver⸗ ſagten, um den Mädchen entgegenzugehen, und er wartete, bis ſie zu ihm kamen.

Nun, Herr Baron, begann Roſine ganz ſtolz, was habe ich geſagt?

Was haſt Du ihm denn geſagt? fragte die junge Perſon im Mantel.

Michel ſtieß einen Seufzer aus; an ihrem feſten und entſchiedenen Ton hatte er Bertha erkannt.

Ich habe ihm geſagt, antwortete Roſine,daß man es mir bei Ihnen nicht wie auf dem Schloß de La Logerie machen, daß man mich nicht fortjagen werde.

Aber, entgegnete Michel,Du haſt Fräulein von Souday vielleicht nicht geſagt, welche Art von Krankheit Dein Vater hat?

Den Symptomen nach zu ſchließen, erwiderte Bertha,kommt es mir ganz wie ein typhusartiges Fieber vor; eben darum wird es gut ſein, keine Minute zu verlieren. Das iſt eine Krankheit, der man zu guter Zeit beikommen muß. Kommen Sie mit uns, Monſieur Michel?

Dumas, Wölfinnen von Machecoul. I. 9