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ich wenigſtens das, die Leute ins Gefängniß zu ſetzen; in dieſer Beziehung kenne ich das Geſetz⸗
„Und Du behaupteſt, Herr von Souday beſuche dieſe Verſammlungen?“
„Ja wohl! das wäre ſchön, wenn er ſie nicht beſuchte, ein alter Chouan, ein Adjutant von Char⸗ rette; er komme nur und fordere ſeine Hunde zu⸗ rück; er ſoll nur kommen, und ich ſchicke ihn nach Nantes, ihn und ſeine Wölfinnen; ſie ſollen erklä⸗ ren, warum ſie im Walde herumſtreichen, wie es bei ihnen in der Nacht vorkommt.“
„„Aber,“ ſagte Michel mit einer Lebhaftigkeit, worüber man ſich nicht täuſchen konnte,„Du haſt mir ſelbſt geſagt, Courtin, wenn ſie bei Nacht im Walde herumgehen, ſo geſchehe dieß, um armen Kranten Beiſtand zu leiſten.“
Courtin wich einen Schritt zurück, und rief dann, den Finger gegen ſeinen jungen Herrn mit ſeinem gewöhnlichen Lächeln erhebend:
„Ahl jetzt habe ich Sie!“—
„Mich?“ fragte der junge Mann erröthend, „und wozu?“
„Sie liegen Ihnen am Herzen.“
„Mir?“
„Ja, ja, ja. Ahl ich gebe Ihnen nicht Unrecht; im Gegentheil, wiewohl es Fräulein ſind, werde ich doch gewiß nicht ſagen, daß ſie nicht hübſch ſeien. Ei was, werden Sie nicht ſo roth, Sie kommen nicht aus dem Seminar, Sie ſind weder Prieſter, noch Diacon, noch Vikar, Sie ſind ein ſchöner Junge von zwanzig Jahren, Vorwärts, Monſieur Michel,


