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im Forſte der großen Haiden, die von dieſen Thie⸗ ren unſicher gemacht wurden, geweiht werden ſollte.
Es war noch ein menſchenfreundliches Werk, das der Baron Michel de La Logerie vollbringen wollte.
Bei dieſem Treibjagen endlich ſetzte Baron Michel die Rolle des reichen Mannes fort; in ſei⸗ ner Gutmüthigkeit ſorgte er für Erfriſchungen, ließ dem Trieb zwei Stückfäſſer Wein auf Karren nach⸗ führen, wovon trinken konnte, wer wollte; ordnete für die Rückkehr ein wahrhaftes Waidmannsmahl) an, lehnte den Ehrenpoſten, den man ihm bei dem Treibjagen angeboten hatte, ab und begehrte, daß für ihn, wie für den geringſten Schützen das Loos entſcheide, und nahm, da der Zufall ihm ſeinen Poſten am Ende der Linie anwies, dieſes Mißge⸗ ſchick mit ſo guter Laune an, daß Jedermann davon entzückt war.
Das Treibjagen war prächtig; aus jeder Um⸗ kreiſung kam es mit Thieren heraus; von jeder Linie folgte ein ſo gut unterhaltenes Feuer, daß man an einen kleinen Krieg hätte glauben können:. die Wölfe und die Wildſchweine häuften ſich allmälig auf den Karren neben den Stückfäſſern des Barons mächtig auf, ohne das verbotene Wildpret wie Haſen und Rehe zu rechnen, die man bei dieſem Treibjagen geſchoſſen hatte, wie man ſie bei jedem Treibjagen unter dem Vorwande ſchädlicher Thiere ſchießt, und bedachtſam in der Abſicht verbarg, ſie bei Einbruch der Nacht mitzunehmen.
*) repas de Gamache Gamaſcken⸗Mahl; es wurde dem Sinn nach überſetzt.


