Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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langen wollen, das heißt, daß um den Kopf des jungen Mannes ein Taſchentuch gebunden war und daß dieſes Taſchentuch Blutflecken hatte, welche ſein Strohhut, ſo breitrandig er auch war, nur unvoll⸗ kommen verbarg.

Ach, mein Gott! rief ſie, eine Stimme hören laſſend, die ſchon in ihrem gewöhnlichen Umfang zu hoch war,Du biſt verwundet! Was iſt Dir denn begegnet? Rede, Unglücklicher! Du ſiehſt ja, daß ich vor Unruhe ſterbe.

Und nun ſtieg die Mutter des jungen Mannes mit einer Ungeduld und namentlich mit einer Leich⸗ tigkeit, die man von ihrem Alter und ihrer Corpu⸗ lenz nicht erwartet hätte, über den Zaun, trat auf ihn zu und riß ihm, ehe er ſich widerſetzen konnte, Hut und Taſchentuch ab.

Die Wunde, durch das Abreißen des Verbands erneuert, begann wieder zu bluten.

Monſieur Michel, wie ihn Courtin nannte, war ſo wenig darauf vorbereitet, die gefürchtete Ent⸗ wicklung ſo raſch eintreten zu ſehen, daß er ganz

beſtürzt blieb und nichts zu antworten wufte.

Meiſter Courtin kam ihm zu Hülfe.

Der verſchmitzte Bauer hatte aus der Verlegen⸗ heit ſeines jungen Herrn erkannt, daß derſelbe, ohne geſtehen zu wollen, wie er mit ſeinem Jagdverſuch ihr ungehorſam geweſen, gleichwohl zauderte, ſich durch eine Lüge zu rechtfertigen; er hatte nicht die⸗ ſelben Bedenklichkeiten wie der junge Mann und belaſtete entſchloſſen ſein Gewiſſen mit der Sünde, welche Michel in ſeiner Einfalt nicht zu begehen wagte.

SO.:.