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Mama bin, habe ich nie gehört, daß der Herr Mar⸗ quis von Souday verheirathet ſei.“
„Nun wohl,“ fiel Jean Oullier ein,„ſo will ich es Ihnen ſagen, mein werther Herr, und wenn Sie etwas darauf zu erwidern haben, ſo will ich Sie noch ganz andere Dinge lehren, verſtehen Sie.“
Und nachdem er dieſe Worte mit einem drohen⸗ den Ton, welchen der Gegenredner nicht zu begrei⸗ fen ſchien, ausgeſprochen hatte, drehte ihm Jean Oullier, ohne ſich weiter um die Seelenſtimmung, worin er ihn zurückließ, zu bekümmern, den Rücken und ſetzte ſomit der Unterhaltung ein Ziel, indem er raſch auf dem Wege nach Machecoul weiter marſchirte.
Allein geblieben, machte der junge Mann noch einige Schritte auf der von ihm, ſeitdem er von den beiden Mädchen ſich getrennt hatte, verfolgten Linie, wandte ſich dann links und trat auf ein Feld.
Auf dieſem Feld führte ein Bauer den Pflug.
Dieſer Bauer war ein Mann von etwa vierzig
Jahren, der ſich von den Bewohnern Poitou's,
ſeinen Landsleuten, durch jene feine und ſchlaue Phyſiognomie unterſchied, welche ganz beſonders dem Normannen eigenthümlich iſt; er ſah blutroth aus, hatte ein lebhaftes, durchdringendes Auge und ſeine einzige Beſchäftigung ſchien darin zu beſtehen, die Kühnheit derſelben durch ein beſtändiges Blinzeln zu ſchwächen oder vielmehr zu verbergen; er hoffte ohne Zweifel durch ein ſolches Verfahren den Aus⸗ druck der Dummheit oder Gutmüthigkeit zu gewin⸗ nen, welche bei dem Geſpräch das Mißtrauen läh⸗ men, aber ſein pfiffiger Mund mit ſtark angedeu⸗


