Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1—— N8 8 ͤ—

——

N

75

„Nein, Mademoiſelle, ſie iſt ſehr gut, ſehr zärt⸗ lich, ſie kommt allen meinen Wünſchen entgegen, kommt ſelbſt allen meinen Launen zuvor; aber wenn es ſich darum handelt, mich eine Flinte anrühren zu laſſen, iſt ſie unbeugſam, und das verſteht ſich,“ ſetzte der junge Mann mit einem Seufzer hinzu, „mein Vater iſt auf der Jagd getödtet worden.“

Die beiden Mädchen erſchracken.

„Dann, mein Herr,“ ſprach Bertha, nun ebenſo ernſt geworden, wie derjenige, den ſie anredete, „war unſer Scherz nur um ſo weniger am Platze, und unſer Bedauern iſt nur um ſo lebhafter; ich hoffe darum, daß Sie unſere Scherze vergeſſen und nur unſeres Bedauerns gedenken werden.“

„Ich werde, mein Fräulein, an nichts gedenken, als an die freundliche Sorgfalt, welche Sie mir zu erweiſen die Güte hatten, und ich bin es, der hofft, daß Sie meine kindiſchen Beſorgniſſe und meine einfältige Empfindlichkeit vergeſſen werden.“

„Recht ſo, wir wollen uns deſſen erinnern, mein Herr,“ ſagte Mary,„um uns nicht gegenüber von einem Andern daſſelbe Unrecht zu Schulden kommen zu laſſen, das wir gegen Sie begangen haben und deſſen Folgen ſo betrübend geweſen ſind.“

Während Mary antwortete, war Bertha wieder zu Pferd geſtiegen.

Der junge Mann bot zum zweiten Mal Mary ſchüchtern die Hand.

Mary berührte ſie mit der Fingerſpitze und ſchwang ſich dann gleichfalls leicht in den Sattel.

Dann ihre Hunde herbeirufend, die ſich bei dem