Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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weinte, wurde ſie ſogleich ebenſo ſanft und mitleidig wie ihre Schweſter.

„Sie ſind alſo ſchwerer verwundet, als es den Anſchein hatte, und Ihre Schmerzen ſehr heftig, daß Sie ſo weinen?“ fragte Bertha;„in dieſem Fall beſteigen Sie mein oder meiner Schweſter Pferd und Mary und ich wollen Sie nach Haus begleiten.“

Aber der junge Mann ſchüttelte zum Zeichen der Verneinung lebhaft den Kopf.

„Ei ſehen Sie doch,“ ſagte Bertha dringend, „das iſt kindiſch; wir haben Sie beleidigt, aber konnten wir vermuthen, daß wir unter Ihrem Jagd⸗ kleide die Haut eines jungen Mädchens finden wür⸗ den? Wie dem aber ſei, wir haben Unrecht ge⸗ habt, wir erkennen es an und entſchuldigen uns deßhalb gegen Sie. Vielleicht finden Sie darin nicht alle die erforderlichen Formalitäten, aber Sie müſſen auf die Seltſamkeit der Lage Rückſicht neh⸗ men und ſich geſtehen, daß Aufrichtigkeit Alles iſt, was man von zwei Mädchen erwarten kann, welche der Himmel in ſeiner Ungnade damit geſtraft hat, daß ſie alle ihre Zeit jener lächerlichen Zerſtreuung widmen, welche Ihrer Frau Mutter zu mißfallen das Unglück hat; nun, haben Sie noch einen Groll auf uns?“

„Nein, Mademoiſelle, gegen mich allein,“ ant⸗ morkete der junge Mann,„daß ich ſo übler Laune

in.“

„Warum das?“

„Ich kann es Ihnen nicht ſagen; vielleicht iſt es die Scham, ſchwächer als Sie geweſen zu ſein, der ich doch ein Mann bin; vielleicht bin ich ganz