dender Kante abgeſtutzt hatte. Der Aſt zerſchnitt die Haut, wie wenn es von dem feinſten Raſir⸗ meſſer geſchehen wäre. Der junge Mann ſtieß, als er ſich ernſtlich verwundet fühlte, einen Schrei aus, und das Blut, das ſogleich ſtark nachfloß, bedeckte ihm das ganze Geſicht.
Beim Anblick dieſes Unfalls, zu dem ſie ſehr unfreiwillig Veranlaſſung gegeben hatten, ſtürzten die beiden Schweſtern auf den jungen Mann zu, faßten ihn an den Schultern, und indem ſie ihre Kräfte mit einem Nachdruck, wie ihm bei gewöhn⸗ lichen Frauen noch nie vorgekommen war, vereinig⸗ ten, gelang es ihnen, denſelben aus der Hecke her⸗ auszuziehen und auf der Böſchung hinzuſetzen.
Da ſie ſich von der in Wirklichkeit geringen Be⸗ deutung der Wunde keine Rechenſchaft zu geben vermochte und dieſelbe nach dem äußern Schein be⸗ urtheilte, begann Mary zu erbleichen und zu zittern; was Bertha betraf, ſo verlor ſie, weniger für jeden Eindruck empfänglich, als ihre Schweſter, keinen Augenblick den Kopf.
„Laufe zu jenem Bach,“ ſprach ſie zu ihrer Schweſter,„und mache Dein Taſchentuch naß, damit wir dem Unglücklichen das Blut, welches ihn am Sehen hindert, abwaſchen können.“
Dann wandte ſie ſich, während Mary nach ihrer Anweiſung that, wieder zu dem jungen Mann.
„Leiden Sie ſehr, mein Herr?“ fragte ſie.
„Verzeihen Sie, Mademoiſelle,“ antwortete der junge Mann,„aber in dieſem Augenblick wirken ſo viele Dinge auf mich ein, daß ich nicht weiß, thut mir der Kopf von innen oder außen weh.“


