Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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eines Jeden, und dieß mit einem Scharfſinn, der ihn wahrhaft unglücklich machte.

Die Verachtung, welche Arme wie Reiche gegen⸗ über von den Waiſen zu verbergen ſich nicht die Mühe nahmen, betrübte ihn tief; hätte er den Bewegungen ſeines Blutes nachgegeben, er würde mit jeder Phyſiognomie, die ihm reſpectswidrig vor⸗ gekommen wäre, Streit angefangen und dergleichen Leute mit Fauſtſchlägen eines Beſſern belehrt, an⸗ dere in die Schranken des Kampfplatzes gefordert haben. Aber ſein geſunder Verſtand machte ihm begreiflich, daß Bertha und Mary einer andern Rehabilitirung bedurften und daß ausgetheilte oder empfangene Schläge zu deren Rechtfertigung nicht im Mindeſten beitragen; er fürchtete außerdem, und dieß machte ihm das größte Bedenken, es möchten in Folge einer von dieſen Scenen, die er ſo gerne herbeigeführt hätte, die Mädchen von der öffentli⸗ chen Meinung bezüglich ihrer Perſon Kunde erhalten.

Der arme Jean Oullier krümmte ſich unter die⸗ ſem ungerechten Tadel, und große Thränen und heiße Gebete zu Gott, dem höchſten Rächer der Kränkungen und Ungerechtigkeiten der Menſchen, waren die einzigen Zeugen ſeines Kummers. Er nahm darüber einen tiefen Menſchenhaß an; da er rings um ſich nichts als Feinde ſeiner geliebten Kinder ſah, konnte er nicht anders als die Menſchen verabſcheuen, und rüſtete ſich, von lauter künftigen Revolutionen träumend, ihnen Böſes mit Böſem zu vergelten.

Die Revolution vom Jahr 1830 war ausge⸗ brochen, ohne Jean Oullier, der ein wenig darauf