Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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Jean Oullier war weit entfernt, ſich ſo philo⸗ ſophiſch wie ſein Herr zu ergeben; zugleich muß man ſagen, daß ſofern ſeine Stellung weit weniger imponirend war, er auch mehr davon erfuhr.

Seine Zärtlichkeit für die beiden Mädchen war zur Schwärmerei geworden. Er brachte ſein Leben damit zu, ſie anzuſehen: ſei es, daß ſie ſanft lächelnd im Salon des Schloſſes ſaßen, ſei es, daß ſie, über den Hals ihrer Pferde geneigt, die Augen funkelnd, das Geſicht belebt, ihre ſchönen Haare im

Vinde flatternd unter ihren Filzhüten mit breiter Krempe und wallender Feder, Seite an Seite hin⸗ galoppirten. Wenn er ſie in ſo ſtolzer Vollkommen⸗ heit und zugleich ſo gut und zärtlich gegen ihren Vater und gegen ihn ſah, hüpfte ſein Herz vor Stolz, Hochgefühl und Glück; er hielt ſich ſelbſt bei Entwicklung dieſer bewundernswürdigen Geſchöpfe für einigermaßen betheiligt und fragte ſich, wie es möglich ſei, daß das Weltall nicht vor ihnen die Kniee beuge.

So wurden die Erſten, die es wagten, ihn von den Gerüchten zu unterhalten, welche durch die Gegend liefen, ſo nachdrücklich zurechtgewieſen, daß dieß den Andern die Luſt hiezu benahm; aber, der eigentliche Vater von Bertha und Mary, hatte Jean Oullier nicht nöthig, daß man ihm davon ſprach, um zu wiſſen, was man von den beiden Gegen⸗ ſtänden ſeiner Zärtlichkeit dachte.

Aus einem Lächeln, einem Blick, einer Geberde, einem Zeichen errieth er die boshaften Gedanken