Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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man vergrößerte ſeine Fehler; man machte aus der armen Eva, welche ein Wunder der Vorſehung ſo rein erhalten hatte, ein Straßenmädchen; und bald wandten ſich die Krautjunker von Beauvoir, von Saint⸗Leger, von Bourgneuf, von Saint Philibert und Grandlieu von dem Marquis unter dem Vor⸗ wand ab, daß er den Adel herabwürdige, um den ſie, mit Rückſicht auf die bürgerliche Geburt der meiſten von ihnen, ſich große Sorge zu machen ſo geneigt geweſen waren.

Bald waren es nicht mehr die Männer, welche das derzeitige Betragen des Marquis von Souday mißbilligten und ſein vergangenes Betragen ver⸗ läumdeten; die Schönheit der beiden Schweſtern hetzte alle Mütter und alle Töchter zehn Meilen in der Runde gegen ſie auf, und dieß wurde ſofort un⸗ endlich bedenklicher. Wäre Bertha und Mary häß⸗ lich geweſen, das Herz dieſer menſchenfreundlichen Damen und frommen Mädchen, von Natur zu chriſtlicher Nachſicht geneigt, hätte vielleicht dem ar⸗ men Teufel von Schloßherrn die unſchickliche Vater⸗ ſchaft verziehen; ſo aber mußte man ſich nothwendig empört fühlen, wenn man ſah, wie dieſe beiden thieriſchen Geſchöpfe mit ihrer Diſtinction, mit ihrer Nobleſſe und den Reizen ihres Aeußern die jungen Fräulein aus den beſten Familien der Umgegend zermalmten.

Eine ſolche unverſchämte Superiorität verdiente weder Gnade noch Mitleid.

Der Unwille gegen die beiden armen Kinder war ſo allgemein, daß, hätten ſie auch der Medi⸗ ſance oder Verläumdung mit Nichts Stoff gegeben, Dumas, Wölfinnen von Machecoul I. 4