Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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an denſelben Antheil nahmen, nur einen gedoppel⸗ ten Reiz erhielten.

Inzwiſchen müſſen wir, um gerecht zu ſein, noch anführen, daß der Marquis zu den Lectionen Jean Oullier's etwas aus dem Schatz ſeines eigenen Wiſ⸗ ſens hinzugefügt hatte. Als Bertha und Mary vierzehn Jahre alt geworden waren, als ſie anfin⸗ gen, ihren Vater auf ſeinen Wald⸗Expeditionen zu begleiten, verloren die kindlichen Spiele, welche ſonſt die Abende im Schloß ausfüllten, alle ihre Anzie⸗ hungskraft.

Um nun die daraus entſpringende Leere auszu⸗ füllen, hatte der Marquis von Souday Bertha und Mary Whiſt gelehrt.

Ihrerſeits hatten die beiden Kinder, ſo gut ſie vermochten, den moraliſchen Theil der Erziehung, die durch Jean Oullier vom phyſiſchen Geſichtspunkt aus ſo gut gefördert worden war, vervollſtändigt; ſie hatten, da ſie im Schloß Verſteckens ſpielten, ein Zimmer entdeckt, welches aller Wahrſcheinlichkeit nach ſeit dreißig Jahren nicht geöffnet worden war.

Es war die Bibliothek.

Hier hatten ſie etwa ein Tauſend Bände ge⸗ funden.

Jede hatte unter dieſen Bänden nach ihrem Geſchmack gewählt.

Die ſentimentale und ſanfte Mary hatte den Romanen, die ungeſtüme Bertha der Geſchichte den Vorzug gegeben.

Dann hatten ſie Alles mit einander verſchmol⸗ zen: Mary, indem ſie Bertha von Amadis, von Paul und Virginie erzählte.