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einen Befehl zur Abreiſe ſehr mißfällig aufgenom⸗ men, und der Reſpect, den er vor dem Marquis von Souday hatte, ihn nicht abgehalten, in dieſem äußerſten Fall ſeine Empfindungen herzhaft an der Stelle dieſes Kapitels auseinander zu ſetzen.
Zum Glück weihte der Letztere ſeinen Diener nicht in die Ausflüchte ſeines Geiſtes ein, ſo daß Jean Oullier das Proviſorium für ein Definitivum nehmen und glauben konnte, der Marquis betrachte die Gegenwart ſeiner kleinen Töchter auf dem Schloß als ein Recht für ſie und zugleich als eine Pflicht für ſich.
Im Augenblick, wo wir aus dieſen vielleicht ein wenig langen Präliminarien herauskommen, waren alſo Bertha und Mary zwiſchen ſiebzehn und acht⸗ zehn Jahren alt.
Die Reinheit des Stamms des Marquis von Souday hatte, ſich in dem vollſäftigen Blut der plebejiſchen Sächſin wieder kräftigend, Wunder ge⸗ than: die Kinder Eva's ſind beide prächtige junge Mädchen von feinen, zarten Zügen, leichtem und ſchlankem Wuchs und einer Tournure voll Adel und Diſtinction.
Sie gleichen ſich wie alle Zwillinge ſich gleichen; nur war Bertha brünett wie ihr Vater, Mary blond wie ihre Mutter.
Unglücklicher Weiſe hat ſich die Erziehung, welche die beiden ſchönen Weſen erhielten, während ſie deren phyſiſche Vorzüge ſo viel als möglich ent⸗ wickelte, nicht genügend mit den Bedürfniſſen ihres Geſchlechts beſchäftigt.
Da ſie Tag für Tag in der Nähe ihres Vaters


