Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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und Regentage verkürzten, ſo hatte der Marquis, die freundliche Sorgfalt, die ſüße Ruhe, das ſtille Glück, das er bei der armen Eva genoſſen, und noch dazu mit der berauſchenden Luſt der Jagd wieder⸗ findend, es von Tag zu Tag, von Monat zu Mo⸗ nat, von Jahr zu Jahr unterlaſſen, den Zeitpunkt der Trennung feſtzuſetzen.

Was Jean Oullier betraf, ſo hatte er ſeinerſeits Gründe, eine Entſcheidung nicht herbeizurufen; er war nicht allein ein tapferer, er war auch ein bra⸗ ver Mann.

Wie wir bereits erwähnten, hatte er ſogleich eine Zuneigung für Bertha und Mary gefaßt; dieſe Zuneigung hatte ſich in dem armen, ſeiner eigenen Kinder beraubten Herzen raſch in Zärtlichkeit ver⸗ wandelt, und mit der Zeit war dieſe Zärtlichkeit zur Schwärmerei geworden; er hatte ſich von An⸗ fang an keine genaue Rechenſchaft von dem Unter⸗ ſchied gegeben, den der Marquis zwiſchen ihrer Lage und derjenigen legitimer Kinder machte, welche er aus irgend einer Verbindung zur Fort⸗ pflanzung ſeines Namens in Nieder⸗Poitou zu er⸗ halten hoffte; wenn man einem braven Mädchen Kummer gemacht hat, ſo weiß man nur ein einziges Mittel der Rückerſtattung der Ehre, die Heirath. Jean Oullier fand es vernunftgemäß, weil ſein Herr ſeine Verbindung nicht legitimiren konnte, wenigſtens die Vaterſchaft, die Eva ihm ſterbend vermacht hatte, nicht abzuläugnen. So hätte nach zweimonatlichem Aufenthalt auf dem Schloß, nachdem dieſe Betrach⸗ tungen angeſtellt, von ſeinem Geiſt erwogen, von ſeinem Herzen bekräftigt worden waren, der Vendéer

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