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den Schlüſſel in die Taſche und ging, da er bei ſeinem einſamen Leben Niemand deßhalb eine An⸗ zeige zu machen hatte, augenblicklich ab.
Der Bote wollte ihm das Pferd abtreten, oder ihn wenigſtens hinten aufſitzen laſſen.
Aber Jean Oullier ſchüttelte den Kopf.
„Gott ſey Dank,“ ſprach er,„die Beine ſind gut.“
Und ſeine Hand auf den Hals des Pferdes ſtützend, deutete er ſelbſt durch eine Art gymnaſti⸗ ſchen Schritts den Gang, welchen das Thier einhalten konnte, an.
Es war ein kleiner Trott von zwei Meilen auf die Stunde.
Am Abend war Jean Oullier auf dem Schloſſe Soudagy.
Der Marquis empfing ihn mit ſichtbarer Freude; den ganzen Tag war er von dem Gedanken gequält murden, Jean Oullier möchte abweſend oder todt ein.
Es bedarf kaum der Bemerkung, daß dieſe Ab⸗ weſenheit oder dieſer Tod ihn nicht um Jean Oullier's, ſondern um ſeiner ſelbſt willen quälte.
Wir haben unſere Leſer bereits aufmerkſam gemacht, daß der Marquis von Souday ein gelin⸗ der Egoiſt war.
Das Erſte, was der Marquis that, war, daß er Jean Oullier bei Seite nahm und ihm ſeine Lage und die Verlegenheiten, welche für ihn dar⸗ aus entſprangen, anvertraute.
Jean Oullier, dem ſeine beiden Kinder nieder⸗ gemezelt worden waren, begriff nicht recht, daß ein Dumas, Wölfinnen von Machecoul. I. 3


