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Marquis von Souday unter der Laſt ſeiner Ein⸗ ſamkeit; er wurde düſter und ſchweigſam, der Lebensüberdruß bemächtigte ſich ſeiner, und da ſein religiöſer Glaube nicht von beſonderer Feſtigkeit war, hätte er aller Wahrſcheinlichkeit nach mit einem Sprung in die Themſe geendigt, wäre nicht die Kataſtrophe von 1814 ſehr zu rechter Zeit einge⸗ treten, ſeine traurigen Gedanken zu zerſtreuen.
In ſein Vaterland zurückgekehrt, das er nicht mehr zu ſehen hoffte, begehrte der Marquis von Souday ganz natürlich von Ludwig XVIII., den er während der ganzen Zeit ſeines Exils um Nichts angegangen, den Preis des Bluts, das er für ihn vergoſſen hatte; aber die Fürſten ſuchen oft nur einen Vorwand, um ſich undankbar zu zeigen, und Ludwig XVIII. hatte deren drei:
Fürs Erſte die unzeitige Art, womit ſein ehema⸗ liger Page ihm Charrette's Tod angekündigt hatte, eine Ankündigung, wodurch wirklich ſeine Verdauung geſtört worden war.
Fürs Zweite ſeine unſchickliche Abreiſe von Blan⸗ kenburg, eine Abreiſe die von noch unſchicklicheren Worten, als jene ſelbſt, begleitet geweſen war.
Endlich Drittens die Unregelmäßigkeit ſeines Lebens während der Emigration.
Man ertheilte der Bravour und Ergebenheit des Marquis große Lobſprüche, machte ihm aber ganz ſachte begreiflich, daß bei ſolchen Aergerniſſen, wie er ſich vorzuwerfen hatte, er auf die Bekleidung eines öffentlichen Amtes doch wohl keine Anſprüche erheben werde.
Der König war nicht mehr abſoluter Herr,


