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Der Vicomte von Montgommery. 201
„Allerdings, aber ohne mir zu ſagen, aus welcher Urſache ſte mich zu ſehen wünſchte und ohne beſondern Werth darauf zu legen, daß ich gerade an dieſem Tage käme.“„
„So wißt denn, Herr Graf, daß Fräulein von Caſtro geſtern, am 15. Auguſt, die ewigen Gelübde ab⸗ gelegt hat, durch welche ſte unwiderruflich dem weltlichen Leben entſagt.“.
Gabriel erbleichte.
„Und wenn Ihr da geweſen wäret,“ fuhr Jean Peuquoy fort,„ſo würde es Euch vielleicht gelungen ſein, zu verhindern, was jetzt nicht mehr rückgängig ge⸗ macht werden kann.“
„Nein,“ erwiederte Gabriel in düſtrem Tone,„ich hätte mich ihrer Abſicht nicht widerſetzen dürfen und kön⸗ nen. Ueberdies hat ſie in ihrer Einſamkeit bei dieſem feierlichen Schritte gewiß weniger gelitten, als wenn ich zugegen geweſen wäre.“
„O, ſie war nicht allein,“ verſetzte Jean,„denn außer mir und Babetten war auch ihre Mutter anweſend.“
„Wie? Frau von Poitiers?“ rief Gabriel.
„Ja, Herr Graf, ſie war auf einen Brief ihrer Tochter von Chaumont hierher gekommen und ohne Zwei⸗ fel iſt ſte noch in dieſem Augenblicke bei ihr.“


