196
Der Vicomte von Montgommery.
„Ihr habt ja gehört, Madame, daß es die einzige Möglichkeit zur Rettung iſt,“ verſetzte die Königin.
„Wer hat dies geſagt?“ entgegnete Katharina;„Mei⸗ ſter Paré, ein Ketzer! Die Leibärzte ſind nicht damit einverſtanden.“
„Nein, Madame,“ ſagte Chapelain,„wir proteſtiren gegen das von Meiſter Paré vorgeſchlagene Mittel.“
„Seht Ihr wohl?“ rief Katharina triumphirend.
Der Herzog von Guiſe war außer ſich; er ging auf die Königin Mutter zu und führte ſie in eine Fenſter⸗ vertiefung.
„Madame, hört mich an,“ ſagte er leiſe zu ihr; „Ihr wollt, daß Euer Sohn ſterbe und daß Euer Prinz von Condé lebe, Ihr habt Euch mit den Bourbons und den Montmorency verbündet! Der Handel iſt abgeſchloſſen und die Beute im voraus vertheilt. Ich weiß alles. Nehmt Euch in Acht!“
Aber Katharina war nicht die Frau, welche ſich einſchüchtern ließ. Mit einem zornigen Blicke auf den Herzog eilte ſie nach der Thür, öffnete ſte mit eigenen Händen und rief: 8
„Herr Kanzler!“
Dieſer befand ſich mit einer Anzahl von Anhängern


