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phiné, welche der Nationalverſammlung Briefe überbracht haben ſollten. Unter ſo bewandten Umſtänden verlor Bernard ſo ziemlich alles Mißtrauen und that es nur ſeiner Braut zu Gefallen am folgenden Morgen einen nicht chauſſirten Weg über die Doͤrfer einzuſchlagen.
Wie ſchön auch am 22. October das Wetter geweſen war, der 23ſte ließ ſich um ſo unfreundlicher an; die Wolken zogen überaus ſchnell und ſo niedrig, daß ſie an den Kirchthürmen zerreißen zu müſſen ſchienen; der von der Seite kommende Regen peitſchte lärmend die Zugleder und drang ſelbſt in das Innere des Wagens ein; der Poſtillon ſelbſt konnte kaum 10 Schritte weit ſehen und hatte fortwährend nur die Pferde anzutreiben, welche den Wagen durch die tiefen Gleiſe kaum zu ſchlep⸗ pen vermochten. Er brummte vor ſich hin:
„Hol der Teufel die paar Thaler, die mir der Milchbart gegeben hat! Auf der Landſtraße würde es bei dem Hundewetter immer noch leidlich gehen!“
„Wie?“ rief Bernard durch das halbzerbrochene vordere Fenſter.
„Ich ſage,“ erwiederte der Poſtillon,„daß man in dieſem Wetter nicht gern einen Hund hinausjagen würde.“
Trotz allem Toben der Elemente hörten unſre Rei⸗ ſenden hinter ſich Pferdegetrappel und ſahen bald durch
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