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das dagegen erlaſſene Martialgeſetz mit angehört.„Alch⸗“ ſeufzte er, zwiſchen 4 und 5 Uhr die neuen Acten im Bibliothekſaale ordnend,„alſo fürchtet man noch immer Exceſſe! Noch nicht genug des Blutes iſt in dem un⸗ glücklichen Frankreich gefloſſen! Der Hof, die weltliche und geiſtliche Ariſtokratie mit ihrem Emigrantenheer ſta⸗ cheln fortwährend die Nation auf, der vorgegebene oder wirkliche Brodmangel begünſtigt den Zuſammenlauf und die Brigandage! O meine ſchöne Heimath!“
Auf dem Wege nach ſeiner Wohnung begegnete Ber⸗ nard dem Herrn von Liancourt, welcher vom König und der Köͤnigin beauftragt war der Wittwe Frangois 2000 Thaler zu überreichen, um ihr die Theilnahme Ihrer Majeſtäten an ihrem Unglück zu bethätigen und ſie zur Fortſetzung ihres Geſchäfts zu ermuthigen. Dem königlichen Boten folgte auf dem Fuße eine Deputation der Gemeinde, welche gleichfalls beauftragt war die un⸗ gluͤckliche Frau durch Unterſtützung und theilnehmende Worte zu tröſten. Bald wurde unſerm Bernard be⸗ kannt, daß die in ihren Schmerz verſenkte Wittwe ganz in ſeinem Sinne gehandelt hatte.„Erweiſ't meinem ermordeten Mann die letzte Ehre, weiter will ich nichts!“ war ihre einzige Antwort geweſen.
Ueber dieſen ganz abſcheulichen Vorfall, welcher auf
1789. III. 9


