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mit dem Volke nicht aufrichtig meinte und daher ſeinem
Verderben entgegenging, war es ihr in der Hauptſtadt Frankreichs zu eng geworden. Sie wäre lieber, einmal in Genf angekommen, ganz dort geblieben. Indeſſen was that ſie nicht ihrem geliebten Bernard zu Gefal⸗ len, welcher über das endliche Einverſtandniß der Regie⸗ rung und des Volks nicht den geringſten Zweifel hegte und auch zu ſehr an ſeiner ehrenvollen Stellung hing, als daß er den Aufenthalt in ſeiner Vaterſtadt, auch ſelbſt wenn er dort ſein gutes Auskommen fand, hätte vorzie⸗ hen ſollen. Da ſeit einiger Zeit ſehr emſig nach den die Hauptſtadt umſchwebenden Brigands gefahndet worden war, ſo ſchien eine Poſtreiſe nach der Schweiz keine Ge⸗ fahren mehr darzubieten, ſo daß ſelbſt Aubry, welcher dabei nicht fehlen ſollte, die Aeußerung that, er werde ſeine Hippe nur aus alter Gewohnheit mitnehmen. Dies im allgemeinen der Vorſatz unſrer Freunde; alles weitere ſollte auf der Morgenpromenade dieſes Tages überlegt und feſtgeſetzt werden.
Nachdem Bernard ſein kurzes Geſchäft im erzbi⸗ ſchöflichen Palaſte abgemacht und ſich wieder mit Char⸗ lotten und Aubrhy vereinigt hatte, war es etwa ein Viertel auf 8 Uhr.
„Ach,“ ſagte der jugendliche Archivar,„der Himmel
1789. III. 8


