Teil eines Werkes 
3. Th. (1848)
Entstehung
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des Königs meldete, welcher ihr auf dem Fuße nach⸗ folgte⸗ Da ſagte die Königin zu Charlotten: Mein erlauchter Gemahl wird es nicht ungern ſehen,

wenn er Sie in meinen Gemächern trifft, denn er hat

mir, und nicht mit Unrecht, Ihre Rednergabe gerühmt.

Es war dem armen Kinde ganz unheimlich gewor⸗ den bei dieſen Spöttereien, welche ſie ſo wenig verdient zu haben glaubte. Sie begann zu begreifen, warum das Volk dieſe Frau immer nur die Oeſterreicherin nannte und nichts als Schlimmes von ihr erwartete. Char⸗ lotte kämpfte ihre innere Bewegung nieder und ſtellte ſich zur Seite der Flügelthür, um dem eintretenden König ihre Huldigung darzubringen. Dieſer kam in Begleitung des Herrn v. St. Prieſt ganz fröhlich einhergeſchritten, obgleich ihm wegen ſeiner Wohlbeleibtheit das Gehen ſauer wurde, küßte der Königin die Hand und ſprach zu ihr:

Es müßte ſonderbar zugehen, meine theure Gemah⸗ lin, oder wir ſind am Ziele aller Unruhen und Qualen.

Und was giebt Ihnen dieſe frohe Hoffnung, mein Gemahl? fragte Marie Antoinette mit einem Sei⸗ tenblick auf Charlotten, die jetzt erſt der König be⸗ merkte. Er ſah das Mädchen flüchtig an, mochte ſie aber fuͤr eine neue Dienerin halten, von welcher die