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„Ja, Ew. Majeſtät; den letztern Namen legt man mir zuweilen bei, weil ihn meine Mutter geführt hat.“
„Dann haben Sie ſich dem Vernehmen nach aller⸗ dings viel unter dem Volke bewegt,“ bemerkte Marie Antoinette, das letzte Wort ſpitzig betonend.
Charlotte erröthete leicht, fuhr aber entſchloſſen fort:
„Ach, ſehr wider meinen Willen iſt mir dies begegnet...“
„Hält man denn wider Willen auch Reden? Ver⸗ ſicherten Sie nicht ſelbſt, daß ich mich nicht in der Per⸗ ſon irre, ich würde es glauben... Doch was haben Sie mir noch mitzutheilen?“
Dieſe Rede war grauſam, aber doch leicht erklärlich, weil die Königin bei weitem nicht ſo viel von Charlot⸗ tens Schickſalen wußte als unſre Leſer. Auch ſuchte ſte das Herbe ihrer Worte durch den Ton der Stimme und durch ein nicht eben ſpöttiſches Lächeln zu mildern. Charlotte, wenn auch verletzt, beherrſchte ſich doch hinlänglich, um dies nicht offen zu zeigen. Die wenigen einſt von ihr an das Volk gehaltenen Anreden ganz mit Stillſchweigen übergehend, ſprach ſie ſo ruhig als möglich:
„Ew. Majeſtät hatten Recht zu ſagen, daß ich, wenn auch gezwungen, viel mit dem Volke verkehrt habe; dies hat mich in den Stand geſetzt deſſen Anſichten kennen zu lernen. Es ſagt, daß es einen conſtitutionellen König
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