„Es lebe die Königin! Wie reizend iſt ſie! Wie lieb⸗ koſ't ſie ihre Kinder!“ Ach Madame, ſeien Sie unſre erſte Bürgerin; denken Sie das, ſagen Sie es, beweiſen Sie es und Sie werden der Abgott des Volkes, wenn Ihre Grundſätze Ihnen erlauben es zu wollen!“
„Genug des Geſchwätzes!“ ſagte die Königin aufſte⸗ hend;„wenn ich mich herabließ, einem Bürger zu ſagen: Ich habe alles geſehen, alles gehört und alles vergeſſen! ſo muß man nicht glauben, daß meine Demüthigung noch weiter gehe!“
Nach dieſen Worten nahm ſie der Hogné den Brief ab und zerriß ihn in kleine Stücke, während man ihre ſchönen weißen Zähne auf die Unterlippe beißen ſah. In dieſem Augenblicke trat Madame Thibaut ein, um der Herrin eine Nachricht zu überbringen. Als ſie aber dieſelbe ſo zornig ſah, blieb ſie ſchweigend ſtehen. Marie Antoinette wandte ſich nach ihr um und fragte kurz:
„Nun?“
„Wenn ich nicht fürchten muß, Ew. Majeſtät irgend⸗ worin zu unterbrechen...“
„Reden Sie!“
„So bitte ich um die gnädigſte Erlaubniß, Ihnen das Eintreffen des Mädchens zu melden, an welchem Sr. Ma⸗
jeſtät der Köͤnig Geſchmack zu finden geruht hat...“
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