Teil eines Werkes 
3. Th. (1848)
Entstehung
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ward in einer königlichen Sitzung indirect ausgeſprochen, es ſtehe dem Staatsoberhaupte zu ohne Beiſtimmung der Stände Anleihen zu machen, Abgaben aufzulegen aber auch den Staatsbanquerout anzuſagen, und befohlen wurde geradezu, daß nach Ständen abgeſtimmt werde. Am folgenden Tage war der Ständeſaal mit Soldaten um⸗ geben und der Graf von Belley, Lieutenant der fran⸗ zöſiſchen Garden, bekannte auf Befragen, daß er Befehl habe nur die Deputirten aber niemanden Andres einzu⸗ laſſen. Da jedoch alle dieſe Befehle an der Energie der Verſammlung ſcheiterten und ſelbſt viele Mitglieder der Geiſtlichkeit und des Adels zum dritten Stande oder viel⸗ mehr in die bereits conſtituirte Nationalverſammlung über⸗ gingen, ſo ließen die Verſchworenen ihre Truppen anrücken.

Am 8. Juli meldete ein Deputirter, der Saal ſei wieder mit Truppen umgeben, ja es zögen deren von allen Seiten heran; Lager mit zahlreicher Artillerie um⸗ gäben die Stadt. Auf eine ehrerbietige Anfrage der Nationalverſammlung erfolgte die Antwort des Königs, die Zuſammenziehung einiger Corps ſei durch die Un⸗ ruhen in Paris und Verſailles nöthig geworden; der Sicherheit wegen könne ſich die Verſammlung übrigens nach Noyon oder Soiſſons begeben, während er(der König) ſeinen Aufenthalt in Compiégne nehmen wolle.

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