Sie war zu dem feſten Entſchluß gekommen Théroigne zu verlaſſen und ſich ganz aus dem politiſchen Treiben zurückzuziehen. Sie ſann über die Mittel nach ihren Zweck zu erreichen, während Aubry ſich nach Bern ard umſah, deſſen langes Außenbleiben ſie zu ängſtigen begann.
Voll banger Erwartung alſo ſaß Charlotte am Fenſter und ſtarrte auf die menſchenleere Straße hinaus, welche noch vor kurzer Zeit ein Schauplatz der furcht⸗ barſten Auftritte geweſen war. Da ſah ſie plötzlich ihren Bernard kommen, ſprang auf und flog ihm entgegen.
„Ah, mein Freund,“ rief ſie ihm zu, ſeine Hände faſſend;„wie iſt es Dir gegangen? Biſt Du auch ganz unverletzt? Du haſt mich lange warten laſſen. Ich habe Todesangſt ausgeſtanden!“
„Meine Geliebte,“ antwortete Bernard, ſie in die Arme ſchließend,„wie oft habe ich an Dich gedacht! Wie ſchmerzlich war es mir meinen Poſten nicht verlaſſen zu dürfen! Ich bin wohl. Und wie geht es Dir, meine Charlotte?“
„Auch mir iſt es nun wohl, da ich Dich wieder habe! Aber geſtern, dieſe Nacht und ſelbſt noch den heutigen Morgen über fürchtete ich einem Fieber zu erliegen. Der Arzt verbot mir das Zimmer zu verlaſſen. Und wie wunderbar! Jetzt fühle ich mich wieder ganz wohl.“
dir


