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Volks zu erfüllen. Mit der Koͤnigin und ſeinen Kindern an der Hand erſcheint er auf dem Balcon. Es entſteht ein ungeheures Beifallsgeſchrei, die Nationalgarde und das Volk rufen um die Wette:„Es lebe der König!“ Als er ſich eben wieder entfernen will, ruft eine Stimme:„Der König nach Paris!“ und weil dies der Wunſch der ganzen Nation war, ſo wiederholt das Volk und die Armee wie aus einem Munde:„Der König nach Paris!“ Der König konnte vor Beklemmung nicht antworten und kehrte mit ſeiner Familie in ſeine Ge⸗ mächer zurück. Um nun das Volk einſtweilen zu be⸗ ruhigen, ſchrieben mehrere Perſonen auf Zettelchen:„Der König nimmt ſeine Reſidenz in Paris,“ und warfen dieſe Papiere zu den Fenſtern hinaus. Die Königin ſtand an einem Fenſter, zu ihrer Rechten Madame Eliſabeth, zu ihrer Linken Madame Royale(Tochter des Königs) und vor ihr auf einem Stuhle der Dauphin, welcher in ſeiner Unſchuld zu ſeiner Mutter ſagte:„Mama, mich hungert.“ Nicht weit von dieſer intereſſanten Gruppe befanden ſich Monſieur, Madame ſowie die Tanten des Königs. Da erſcheint eine Hofdame und ſagt der Köni⸗ gin, das Volk wünſche ſie allein auf dem Balcon zu ſehen. Sie bedachte ſich; aber der eintretende Lafa hette ſtellte ihr vor, daß dieſer Schritt für die Herbeiführung


