Sturm. Natürlich denkt man daran das Schloß zu ver⸗ laſſen. Um aber zu verſuchen, ob die Paſſage freigegeben wird, fahren die Wagen des Königs an das Thor der Orangerie und begehren durchgelaſſen zu werden. Ein Detachement der Verſailler Nationalgarde, welches auf dieſem Poſten ſteht, weigert ſich deſſen, und die könig⸗ lichen Wagen müſſen in's Schloß zurück. Man kann ſich denken, welchen Eindruck die Nachricht von dieſer Wei⸗ gerung machen mußte.
Außerhalb des Schloſſes herrſchte daſſelbe Schrecken, indem man den Gardes du Corps die ſchlimmſten Ab⸗ ſichten beimaß. Anführer der Verſailler Freiwilligen war Le Cointre, welcher ſich endlich mit einem Adjutanten zum Gardemajor begab und ihn fragte, weſſen ſich die Officiere der Nationalgarde von den Gardes du Corps zu verſehen hätten.„Das Volk hält ſich für gefährdet,“ ſagte er zuletzt,„und wünſcht zu wiſſen, wofür man Sie halten darf.“—„Mein Herr,“ antwortete der Major, „es thut uns weh, wenn man uns üble Abſichten bei⸗ mißt; wir vergeſſen, was zweien unſrer Kameraden wi⸗ derfahren iſt, und wünſchen insgeſammt mit Ihnen in gutem Vernehmen zu bleiben. Wir werden keine Feind⸗ ſeligkeit begehen.“ Daſſelbe ward nun im Namen der Nationalgarde verheißen.


