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rückgeſtoßen. Selbſt der wackre Bonnemére, welcher einſt in der Baſtille ſo ſchöne Thaten vollbrachte, konnte ſich kaum Gehör verſchaffen. Man kannte ihn nicht mehr. Er wurde zurückgedrängt. Da wühlt ſich ein junger Of⸗ fieier der Pariſer Nationalgarde durch die Menge, bittet hier und ſtößt dort, bis er in den Kreis der raſenden Weiber gelangt iſt. Sogleich faßt er das halbtodte Mäd⸗ chen, welches man eben emporziehen wollte, reißt ihr die Schlinge vom Halſe, ſtellt ſich mit ihr auf und ruft den Degen ſchwingend:
„Wer will etwas von dem Mädchen? Sie iſt meine Braut!“ 1
„Befleckt nicht den Tag des Ruhms!“ erſcholl Thé⸗ roigne’s Stimme von neuem.
Erſtaunt über die Kühnheit des ſchönen Officiers, bleiben die Weiber einen Augenblick ſtumm; dann aber erheben ſie ein fürchterlich drohendes Geheul und rufen:
„Haͤngt ihn zuerſt, den Verräther!“
„An die Laterne mit ihrem Buhlen!“
Aber mit furchtbarem Blick ſchaut ſich Bernard um und ſchreit mit heiſerer Stimme:
„So wollt Ihr die belohnen, die Ihr ſo lange als die Tochter der Baſtille gefeiert habt?“
„Ah!“ riefen die Frauen Leclere und Babet Lai⸗


