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das Geld bei ihnen finden, das ſie im Schloſſe für ihre Ausſage bekommen haben!“
Die armen Fünf wollten ſich rechtfertigen und erbo⸗ ten ſich augenblicklich den Beweis zu liefern.
„Strumpfbänder ab! An die Laterne!“ ſchrien die wüthenden Weiber;„die Betrügerinnen müſſen baumeln!“
Sogleich wurden die vermeintlichen Betrügerinnen ergriffen, man ſchlang ihnen eilig zuſammengeknüpfte Strumpfbänder um den Hals und war im Begriff ſie an die Laterne zu hängen. Da erſchien Théroigne de Méricourt, welche in der Zwiſchenzeit einige Gardes du Corps und mehrere Officiere vom Regiment Flandern gewonnen hatte, wie die Göttin des Krieges ein Schwert ſchwingend, und rief:
„Einigkeit unter dem Volk! Ihr wühlt in Euern eignen Eingeweiden! Beſleckt nicht den Tag des Ruhms durch die Ermordung Unſchuldiger!...“
„Unſchuldiger!“ ſchrien die Weiber, indem ſie den Laternenpfahl niederließen;„wir wollen Euch ſchon zeigen, ob die H.... da unſchuldig ſind!“
„Hülfe! Hülfe!“ rief Charlotte Vanner in ihrer Todesangſt, indem ſie ſich würgen fühlte.
Ein paar Gardes du Corps, welche die Unglücklichen ihren Henkerinnen entreißen wollten, wurden wüthend zu⸗


