Teil eines Werkes 
2. Th. (1848)
Entstehung
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dieſem Augenblicke kam auch ein St. Ludwigsritter ge⸗ ſprengt, ſtieg haſtig vom Pferde, warf ſich vor dem Kö⸗ nig nieder und ſprach:Sire, es iſt keine Gefahr vor⸗ handen! Wenn man Ihnen von einem bewaffneten Heere geſagt hat, ſo iſt ein ſolches nicht vorhanden. Ich komme eben von der Militärſchule her und habe nichts als einen Haufen Weiber geſehen, die da ſagen, ſie waren nach Verſailles gekommen, um Brod zu verlangen. Ich bitte Ew. Majeſtät keine Furcht zu haben.Furcht, mein Herr! verſetzte Ludwig XVI.;ich habe in mei⸗ nem Leben keine Furcht gehabt.Sire begann der Ritter auf's neue,ich biete Ihnen meine Dienſte an und bin bereit Sie bis auf den letzten Blutstropfen zu vertheidigen! Der König dankte ihm für ſeinen Eifer und gab ſeinem Pferde die Sporen.

Als Ludwig Xyl. im Schloſſe ankam, ſah er den Haufen der Weiber und bewaffneten Männer ſich heran⸗ wälzen. Man drängte ſich mit aller Gewalt gegen das verſchloſſene Gitter, das allen Anſtrengungen des Volks widerſtand. St. Prieſt ſandte den königlichen Ober⸗ jägermeiſter Prioreau an die Weiber ab um ſte fragen zu laſſen, was ſie denn eigentlich wollten; er erhielt zur Antwort:Brod wollen wir und den König ſprechen! Da befahl der König die angekündigte Deputation einzulaſſen.